Rezension: Die Nachtigall

Oktober 04, 2016

Wenn ich in meinem langen Leben etwas gelernt habe, dann ist es Folgendes: In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind.


-Autorin-
Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine internationale Top-Bestseller-Autorin und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Pazifischen Nordwesten der USA und auf Hawaii.

-Klappentext-
Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schliesst sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?
In diesem epischen, kraftvollen und zutiefst berührenden Roman erzählt Kristin Hannah die Geschichte zweier Frauen, die ihr Schicksal auf ganz eigene Weise meistern.

-Inhalt-
Frankreich, 1939: Als ihr Mann einberufen wird und die Deutschen das Land besetzen, rücken die Schrecken des Krieges jeden Tag näher an Vianne und ihre kleine Tochter heran. Schon bald muss Vianne gemeinsam mit ihrer jüdischen Freundin die schwerste Entscheidung fällen, die man einer Mutter abverlangen kann: ob man das eigene Kind fortgeben soll, um es zu retten.

Auf ihrer Flucht vor den Deutschen begegnet Viannes Schwester unterdessen Gäeton, einem Kämpfer der Résistance. Isabelle verliebt sich in ihn und beteiligt sich an einem waghalsigen Unternehmen: Über den Pfad der Nachtigall führt sie abgeschossene Piloten der Alliierten über die Pyrenäen. Doch schon bald erfahren die Deutschen von der Fluchtroute und setzen alles daran, sie aufzuspüren.

Nach den wahren Schicksalen französischer Frauen.

-Meine Meinung-
Habt ihr euch schon mal gefragt, was mit den Frauen und Kindern geschah, als die Männer in den Krieg geschickt wurden? 
Sie führten ihren eigenen Kampf. Einen Kampf ums Überleben. Doch man hört viel weniger darüber, wie es den Frauen und Kindern ergangen ist, Fokus wird meist auf den Krieg der Männer gelegt. Genau deshalb wollte ich dieses Buch lesen, um auch mal die Geschichte aus anderer Sichtweise zu sehen. Und es war genauso schrecklich wie alles andere, was ich bisher über den Zweiten Weltkrieg erfahren habe. 
Dieses Buch basiert auf wahren Ereignissen, Geschichten, die Kristin Hannah gesammelt hat und in ein Buch gepackt hat. Diese Geschichten hat sie in zwei Hauptcharakteren zusammengefasst, in Vianne und Isabelle. Vianne hat eine Tochter, ihr Mann zog in den Krieg und ein Nazi wird bei ihnen im Haus einquartiert. Gleichzeitig will sie ihre Nachbarin und Freundin Rachel schützen, die zwei Kinder hat und die Jüdin ist. Das ist natürlich alles andere als einfach.
Isabelle ist wild entschlossen, sich so aufständisch zu verhalten wie möglich, so viel zu erreichen wie nur möglich und riskiert mehr als nur einmal ihr Leben. Wie eine Frau so mutig sein konnte, frage ich mich immer noch. 
Es gibt aber auch noch weitere Charakteren, die ganz wichtige Aspekte aufweisen. Da wäre Viannes Tochter Sophie, die viel zu schnell erwachsen werden musste. Und Hauptmann Beck, der Nazi, der eigentlich nur bei seiner Familie zu Hause sein möchte und Vianne manchmal sogar unterstützt. Es ist unglaublich wie gut Kristin diese ganz verschiedenen Personen und deren Verhaltensweise im Krieg darstellen konnte. 
Die Geschichte ist fesselnd, aber genauso traurig. Und jedes mal wenn ich darüber nachdenke, dass es ja wahre Geschichten sind, bricht es mir das Herz. Mit der Schule waren wir einmal in einem Konzentrationslager in Frankreich. Wir waren dort wegen dem Geschichtsunterricht, aber da war noch dieses alte Paar, was kaum noch gehen konnte und wackelig auf den Beinen sich hinsetzte und betete. Das war das Schlimmste am ganzen Ausflug und ich werde dieses Bild nie vergessen können.
Und ich hoffe so sehr, dass die Menschen endlich mal zu müde werden, um sich ständig bekriegen zu wollen und es endlich aufgeben, so ihre Macht demonstrieren zu wollen. 

Ja, ihr seht, dieses Buch hat mich zum nachdenken gebracht und ich musste ein paar Worte los lassen. 

         

         

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